Transparenz und Teilhabemöglichkeiten – diese Worte gelten zusammen mittlerweile als die Zauberformel für eine gelingende und möglichst konfliktfreie Baupolitik. Wenn es aber nicht bei leeren Floskeln bleiben soll, bedeuten solche Grundsätze jedoch tatsächlich viel Arbeit und Auseinandersetzung, wie etwa am Beispiel der Wasserstadt Limmer deutlich wird.

Bürger_innenbeteiligung wird in Hannover hoch gehandelt, spätestens seit Bürgermeister Schostok (SPD) sein Prestigsprojekt auf den Weg gebracht hat: Mein Hannover 2030. Durch dieses Projekt sollen Bürger_innen in die Lage versetzt werden, konkret an der Entwicklung der Stadt mitzuarbeiten. Wie inhaltlich, politisch und sozial erfolgreich das Projekt werden wird, bleibt abzuwarten. An Initiativen zur Teilhabe an der Stadtgestaltung und für einen Dialog zwischen Bürger_innen und der Stadtpolitik mangelt es in Hannover indes nicht. Im Stadtteil Linden liegt das Bürgerbüro Stadtentwicklung (BBS). Hier werden eigene Ideen und Projekte der Stadtentwicklung geboren und die Diskussion und Vernetzung mit weiteren Akteur_innen gesucht. Das BBS und der Pavillon bilden zusammen mit vielen Weiteren das Urban Futures Netzwerk, dass eine nachhaltige und soziale Stadtentwicklung „von unten“ befördern will. Die AG Stadtleben, eine den Pavillon seit vielen Jahren nutzende Gruppe, beschäftigt sich mit politischen, sozio-kulturellen und wissenschaftlichen Fragen rund um urbanes Leben.

Natürlich gibt es noch viele weitere Initiativen und Möglichkeiten, sich in Hannover in Stadtentwicklungsprozesse einzumischen. Doch was sind die konkreten Resultate? Wen repräsentieren die diversen Akteur_innen eigentlich? Haben sie auf den Komplex „Gentrifizierung“ alle den gleichen Blick, oder gibt es auch große Unterschiede bis hin zu politischen Differenzen? Wir wünschen uns eine rege Beteiligung möglichst vieler aktiver Bürger_innen und eine spannende (gerne auch kontroverse) Diskussion!