Diskussion am 1.2.2017 um 19 Uhr in der Oststadtbibliothek
betrifft: Hotelbau auf dem Andreas-Hermes-Platz

Auf dem Andreas-Hermes-Platz am Pavillon soll Ende 2017 ein Hotel gebaut werden. Das Gebäude soll 15 Stockwerke hoch werden, daher muss der bestehende Bebauungsplan geändert werden. Bis zum 10.02.2017 lief hierzu ein Bürgerbeteiligungsverfahren. Die Pläne waren im Internet einzusehen. Jede*r konnte sich dazu äußern, eine Eingabe machen, einen Kommentar verfassen. Der Pavillon lud am 01.02.2017 zu einem Informations- und Diskussionsabend ein. Gemeinsam mit Fachleuten, mit Anwohner*innen und mit der Politik ging es um den Hotelbau. Was genau ist geplant? Wie funktioniert das Beteiligungsverfahren? Welche Meinungen haben die Anrainer und Nachbar*innen zu diesem Bauvorhaben? Welche zukünftige Platzgestaltung wünschen sich die Nutzer*innen?
Die Veranstaltung des Kulturzentrums Pavillon fand in der Oststadtbibliothek statt.

Gekommen waren über 60 Personen, darunter private Anwohner*innen, der Mecki-Laden von Raschplatz und auch stadtplanerische Fachleute wie der ehemalige Leiter des Grünflächenamtes Kaspar Klaffke. Dieser äußerte die Befürchtung, dass der öffentliche Platz, ursprünglich als Zugang in die Oststadt geplant, einer Teilprivatisierung unterzogen werde. Keinesfalls, so Klaffke, solle ein Zaun installiert werden, der die öffentliche Passage über den Platz verhindere.  Weitere Beiträge von Gästen fragten nach einem umfassenden Konzept für die künftige Gestaltung des Platzes und kritisierten den fehlenden stadtplanerischen Zusammenhang des Hotelgebäudes. Der Bau wirke wie ein Solitär, der zusammenhanglos neben das Gebäude der DZ Bank gestellt werde, so eine Anwohnerin. Auch wurde die unnötige Eile, mit der die Planungen vorangebracht werden, kritisch gesehen. Vielmehr müsse erst über das Gesamtgefüge entschieden werden und dann über den Bebauungsplan befunden. Die anwesenden Politiker*innen wurden durch die Bürger*innen aufgefordert, sich ihres Einflusses bewusster zu werden und durchaus dem Investor Bedingungen für eine Bebauung zu stellen. Warum müssten es denn 15 Stockwerke sein, wenn das Hotel sowieso nur zu einem Drittel ausgelastet sein werde? Dann reichten auch 10 Stockwerke, die sich weniger stark mit einem Schattenwurf auf den Platz auswirken würden.
Wenigsten passiere jetzt etwas mit dem Platz, so der FDP Politiker Wilfried Engelke, dies müsse als Chance für eine bessere Gestaltung genutzt werden. Seine Befürchtung hinsichtlich einer noch stärkeren Vertreibung der Obdachlosen aus diesem Areal äußerte wiederum der Mecki Sozialarbeiter Klaus Teuber.
Kritisiert wurde durch viele Besucher*innen der Veranstaltung, dass das Baudezernat seine Teilnahme an der Veranstaltung abgelehnt hatte. So wurden die städtischen Unterlagen für das Beteiligungsverfahren durch Manfred Müller vom Bürgerbüro Stadtentwicklung präsentiert.

 

Ablauf des Abends:
19.00 Uhr Vorstellung der Planungen
19.15 Uhr Bürgerbeteiligung, Infos zum Verfahren: wer kann sich beteiligen, wie
funktioniert die Beteiligung, wie kann die Beteiligung Wirksamkeit
entfalten – Bürgerbüro Stadtentwicklung, Oliver Kuklinski
19.30 Uhr Meinungen der Anrainer
Zusagen: BewohnerInnen des Bredero Hochhaus
Kulturzentrum Pavillon und weitere OststadtbewohnerInnen
20.00 Uhr Statements und Austausch mit BaupolitikerInnen
mit:
– Cornelia Kupsch/ Bezirksbürgermeisterin Hannover Mitte
– Julia Stock BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Fraktionsvorsitzende Stadtbezirksrat Hannover Mitte
– Gunda Pollok-Jabbi
Fraktionsvorsitzende DIE LINKE, Stadtbezirksrat Hannover Mitte
– Michael Sandow
SPD, Stadtbezirksrat Hannover Mitte

– Wilfried H. Engelke
Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Landeshauptstadt Hannover
– Dirk Machentanz /Ratsgruppe DIE LINKE.&PIRATEN

20.30 Uhr Abschlussdiskussion
20.45 Uhr Ende der Veranstaltung